Letztes Jahr im Dezember ist mein Traum von einem Hund in Erfüllung gegangen! Wir haben unseren Hund Henry am 19.12.2025 im Tierheim abgeholt und in genau diesem Tierheim habe ich auch schon oft geholfen und war auch beim Tag der offenen Tür (darüber gibt es auch einen Artikel 😉) .
Aber erstmal etwas über Henry:
Henry ist ein sechs Jahre alter, vermutlich Poddenco-Terrier-Mischling. Wir haben ihn aus dem Tierschutz und er ist / war ein Angsthund. Er hat Angst vor Männern, Fahrrädern, Flugzeugen und vielem mehr, aber trotzdem ist er der beste und verschmusteste Hund der Welt!
Seitdem meine Mama und ich schon öfter beim Tierheim waren und dort geholfen haben wollte ich einen Hund. An einem Abend habe ich mal auf der Homepage vom Tierheim nach den Hunden geschaut und dort war er, ich und meine Mama haben uns schockverliebt.
![]() |
| In die Augen kann man sich nur schockverlieben. |
Das einzige Problem war aber, dass er sehr ängstlich ist und das Tierheim nicht wusste, ob er mit kleineren Kindern zusammen sein kann und ich habe zwei jüngere Schwestern. Er war frisch im Tierheim und ist aus dem Ausland. Als erstes war er auf einen Animal Hoarding Hof (das ist ein Hof, wo Tiere auf ganz engem Raum leben müssen, ganz schlecht behandelt werden und oft abmagern), von dort aus ist er aber zum Glück gerettet und mit vielen anderen Hunden in Tierheime gebracht worden. Nach einer Weile hat Mama dann gesagt, dass wir ihn bei unserem nächsten Besuch dann mal anschauen können und ab da sind wir fast jede Woche zum spazierengehen gekommen, manchmal mit meinen Schwestern, manchmal ohne. Man hat echt gemerkt, wie doll er Angst hatte, bei jeden Auto hat er aus Angst gezittert, wir konnten ihn aber nicht vergessen.
Der letzte Tag vor den Ferien ist ja sowieso toll und kurz vor Weihnachten auch, für mich war es aber noch besser: Wir haben Henry adoptiert und an dem Tag konnten wir ihn abholen. Die ganze Fahrt zum Tierheim waren alle still, alle waren zu aufgeregt zum Sprechen. Als wir ihn dann nach einer Ewigkeit eingeladen haben, haben Henrys Betreuerin und ich erstmal geweint, so ging es auch für mich den ganzen Rückweg weiter.
Zuhause angekommen hat alles echt gut geklappt: Im Haus war er sehr neugierig, aber man hat auch gemerkt, dass er etwas unsicher war. Als dann auch Papa von der Arbeit gekommen ist, hat Henry ihn abgeschnüffelt, die beiden kannten sich noch nicht so gut. Die erste Nacht habe ich bei ihm in der Küche geschlafen, weil er sich noch nicht hoch getraut hat. Ich hatte es echt nicht gedacht, aber so nach 5 Minuten, nachdem ich mich auf die Matratze gelegt hatte, kam er auf angeschlichen und hat sich neben mich gelegt. Ab da waren wir unzertrennlich.
Wir haben es so gemacht, dass wir die ersten Tage immer alle 2-3 Stunden in den Garten gegangen sind, in der Nacht nur ganz früh und spät.
Hier sind ein paar Tipps von unseren Erfahrungen mit einem Angsthund:
Man sollte dem Hund Zeit lassen und nichts überstürzen.
Noch nicht gleich am ersten Tag streicheln oder kuscheln, am besten lässt man den Hund zu einem kommen.
Routinen aufbauen.
Viel auf seine eigene Körpersprache achten.
Nicht gleich Freunde und Familien einladen.
Sicherheitsgeschirr und Leine und ganz viel Geduld.
Bei uns zu Hause wird alles immer besser! Henry ist jetzt ja schon fast ein Jahr bei uns und er wird langsam ein richtiger Hund, vom Zittern beim Auto zu locker an Motorrädern vorbeigehen - mit Ausnahmen - bellen und Zoomiez haben.
Als wir noch die kleinen Tierheimrunden gegangen sind, hätten wir nie gedacht, dass er so schnell so verkuschelt, wild und voller Lebensfreude wird .Neva 🌷💗

